Die großen Kirchen Roms

 

Nach der kleinen Pause auf der Piazza und dem Geschmack von Pasta und Tiramisu gehe ich weiter. Die Straßen werden wieder stiller, die Schritte langsamer. Rom verändert sich erneut fast unmerklich. Der Lärm der Plätze bleibt zurück, und vor mir öffnen sich Türen zu Räumen, in denen Zeit anders fließt.

In Santa Maria Maggiore trete ich ein und spüre sofort diese besondere Weite. Gold, Mosaike und hohe Decken und doch ist es nicht der Prunk, der mich berührt, sondern das Licht. Es fällt weich in den Raum, als würde es Menschen, Gebete und Jahrhunderte miteinander verbinden. Einige sitzen still in den Bänken, andere gehen langsam umher. Niemand spricht laut selbst die Gedanken werden leiser.

Ein Stück weiter in San Pietro in Vincoli stehe ich plötzlich vor Michelangelos Moses. Kraftvoll, wach, voller Spannung als würde die Figur jeden Moment aufstehen. Ich merke, wie ich automatisch stehen bleibe. Kunst kann laut sein, auch ohne ein Wort. Dieser Blick verfolgt mich noch, als ich die Kirche längst wieder verlassen habe.

Und dann San Clemente. Von außen fast unscheinbar, doch im Inneren öffnet sich eine Reise nach unten, Schicht für Schicht tiefer in die Zeit. Eine mittelalterliche Kirche über einer frühchristlichen, darunter ein römisches Mithrasheiligtum, drei Welten übereinander. Während ich die Stufen hinabsteige, fühlt es sich an, als würde ich nicht nur in die Erde gehen, sondern in die Erinnerung der Stadt selbst.

Als ich wieder ins Tageslicht trete, blinzle ich kurz. Das Leben draußen geht weiter, Roller fahren vorbei, Menschen telefonieren, irgendwo lacht jemand. Und doch trage ich etwas von dieser Stille in mir weiter.

Langsam gehe ich weiter durch die Straßen. Vor mir wartet schon der nächste große Weg dieser Stadt hinüber zum Vatikan, dorthin, wo sich Glaube, Kunst und Geschichte noch einmal auf ganz eigene Weise verdichten.

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