Bevor ich weitergehe, spüre ich plötzlich, dass mein Körper eine Pause möchte. Nicht nur vom Laufen, sondern auch von all den Eindrücken. Rom will nicht nur gesehen werden Rom will auch geschmeckt werden. Also kehre ich in eine kleine Trattoria ein, irgendwo in einer Seitenstraße, wo das Stimmengewirr weicher klingt und der Alltag der Stadt näher ist als jeder Reiseführer.
Ich setze mich, atme durch und lasse einfach einen Moment entstehen. Der Duft von warmem Essen liegt in der Luft, gemischt mit Kaffee und einem Hauch von Wein. Nichts wirkt hastig. Selbst das Warten fühlt sich hier ruhig an, fast selbstverständlich.
Vor mir steht schließlich ein Teller cremiger Pasta Carbonara. Daneben Saltimbocca, zart und würzig, und Artischocken. Dieses Essen ist so typisch für Rom, dass es fast wie ein stilles Versprechen der Stadt wirkt. Es ist kein kompliziertes Essen und genau darin liegt etwas Berührendes. Geschmack, der nicht beeindrucken will, sondern einfach da ist.
Ich esse langsam, beobachte die Menschen um mich herum, höre Gesprächsfetzen, sehe Kellner, die mit geübten Bewegungen zwischen den Tischen hindurchgleiten. Für einen Moment gibt es nichts zu tun, nichts zu sehen, nichts zu verstehen. Nur sitzen, schmecken und da sein.
Am Ende gönne ich mir noch ein Tiramisu als letzten Luxus dieser Pause. Dann stehe ich wieder auf, trete hinaus in das Licht der Stadt bereit, weiterzugehen.
Der Weg führt mich nun zu den großen Kirchen Roms, dorthin, wo Stille, Kunst und Glaube sich begegnen.
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