Langsam gehe ich den Weg hinauf auf den Palatin. Die Schritte werden ruhiger, fast feierlich, als wüsste mein Körper, dass dieser Ort etwas Besonderes trägt. Hier oben soll Rom begonnen haben mit der alten Geschichte von Romulus und Remus, mit der ersten Siedlung, mit einem Traum, der später zu einem Weltreich wurde.
Ob Mythos oder Wahrheit spielt plötzlich kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist das Gefühl. Der Blick öffnet sich weit über das Forum Romanum, über Dächer, Kuppeln und das heutige Rom. Vergangenheit und Gegenwart liegen hier nicht nebeneinander, sondern ineinander. Während unten das Leben pulsiert, weht hier oben eine stille Ruhe, als würde die Zeit langsamer atmen.
Zwischen den Ruinen der Kaiserpaläste, zerfallenen Mauern und grünen Gärten spüre ich, wie mächtig dieser Ort einmal gewesen sein muss. Hier lebten die Herrscher des Reiches, umgeben von Luxus, Macht und Entscheidungen, die das Schicksal unzähliger Menschen bestimmten. Und doch ist heute vor allem Stille geblieben. Wind in den Bäumen, Schritte im Kies, vereinzelte Stimmen von Besuchern.
Ich setze mich einen Moment, lasse den Blick schweifen und merke, wie sich etwas in mir beruhigt. Vielleicht, weil dieser Ort zeigt, dass selbst größte Macht vergeht und dass am Ende nur Spuren bleiben. Stein, Erde und Erinnerung.
Nach einer Weile stehe ich wieder auf. Der Weg führt weiter, hinunter in das lebendige Rom, dorthin, wo Geschichte in Kirchen, Plätzen und Kunst weiterlebt.
Komm, ich gehe weiter Richtung Kapitol dem Hügel, auf dem sich Macht, Politik und Schönheit bis heute begegnen.
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