Als ich das Forum Romanum betrete, verändert sich etwas in mir. Die Stadt wird leiser, obwohl noch immer viele Menschen hier sind. Schritte auf alten Steinen klingen anders, gedämpfter, fast ehrfürchtig. Zwischen zerbrochenen Säulen, überwucherten Mauern und weiten Flächen aus Licht und Schatten beginne ich zu spüren, dass dies einmal das wirkliche Zentrum der Welt gewesen ist.
Hier wurde Politik gemacht, wurden Siege gefeiert, Gesetze beschlossen, Intrigen gesponnen und Reden gehalten, die ein ganzes Reich bewegten. Kaiser zogen über die Via Sacra, Triumphbögen erzählten von Macht, und Tempel verbanden das Leben der Menschen mit ihren Göttern. Heute stehen nur noch Fragmente – und doch erzählen sie mehr, als vollständige Gebäude es könnten.
Ich gehe langsam weiter, fast vorsichtig, als wollte ich die Zeit nicht stören. Manchmal bleibe ich einfach stehen und lasse den Blick wandern. Überall sitzen Menschen auf warmen Steinen, hören zu, fotografieren oder schauen still vor sich hin. Jeder scheint auf seine eigene Weise zu versuchen, diesen Ort zu begreifen.
Mich berührt besonders, wie offen hier Vergangenheit sichtbar bleibt. Nichts ist versteckt, nichts glatt restauriert. Rom zeigt seine Brüche genauso wie seine Größe. Vielleicht macht genau das diese Stadt so menschlich.
Ein Stück weiter erhebt sich der Palatin. Von dort oben, so erzählt man, begann alles. Während ich langsam den Blick hinauf richte, spüre ich eine leise Neugier in mir.
Ich gehe weiter. Jetzt führt mich mein Weg hinauf zum Palatin dorthin, wo die Geschichte Roms ihren ersten Atemzug genommen haben soll.
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