Langsam verlasse ich den Vatikan und gehe zurück in die Stadt. Das Licht hat sich verändert. Es ist weicher geworden, goldener, fast zärtlich. Rom am Abend fühlt sich anders an als am Tag ruhiger und zugleich lebendiger. Als würde die Stadt jetzt erst beginnen, wirklich zu atmen. Ich treibe ein wenig durch die Straßen, ohne Ziel. Genau so entsteht Nähe zu dieser Stadt. Plötzlich stehe ich vor dem Trevi-Brunnen. Wasser rauscht, Stimmen mischen sich darunter, Kameras blitzen. Und doch liegt in diesem Ort etwas Zeitloses. Menschen werfen Münzen ins Wasser, vielleicht spielerisch, vielleicht voller Hoffnung. Ein stiller Wunsch, noch einmal zurückzukehren. Ein Stück weiter führen mich die Wege zur Spanischen Treppe. Menschen sitzen dicht nebeneinander, reden, lachen, schauen einfach nur in den Himmel, der langsam dunkler wird. Niemand scheint es eilig zu haben. Auch ich nicht. Für einen Moment setze ich mich dazu und lasse alles geschehen, ohne etwas festhalten zu wollen.
Später gehe ich hinüber nach Trastevere. Enge Gassen, warmes Licht aus kleinen Restaurants, Stimmen, Musik, Gläserklirren. Hier wirkt Rom plötzlich ganz nah fast persönlich. Nicht mehr groß und überwältigend, sondern menschlich, lebendig und weich. Ich spüre dieses berühmte Dolce Vita nicht als Klischee, sondern als stilles Einverständnis mit dem Moment. Ich esse ich noch etwas Kleines und trinke ein Glas Wein dazu. Mehr braucht es nicht. Der Tag darf langsam ausklingen.
Und während ich durch die nächtlichen Straßen zurückgehe, merke ich, dass Rom sich nicht verabschiedet. Diese Stadt bleibt einfach ein Stück im Herzen zurück.
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