Das Ende einer Andalusienreise

 

Und irgendwann wird der Weg still.
Die Städte liegen wieder hinter dem Horizont, das Licht Andalusiens fällt nur noch in der Erinnerung auf Mauern aus Stein, auf Wasser in Gärten, auf weiße Häuser am Rand der Zeit. Was bleibt, lässt sich kaum benennen. Es sind keine einzelnen Bilder, keine Daten, keine Orte auf einer Landkarte. Es ist eher ein Gefühl, das sich langsam im Inneren ausbreitet warm, weit und still zugleich. Andalusien hat sich nicht nur gezeigt, sondern berührt.
In der Tiefe der Mezquita, im leisen Wasser der Alhambra, im Duft der Orangenbäume von Sevilla, in der Weite der Landschaften und in den stillen Blicken der Menschen entstand etwas, das über das Sehen hinausgeht. Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Reisens, dass äußere Wege innere Räume öffnen, ohne dass man es sofort bemerkt.

So endet diese Reise nicht wirklich. Sie verändert nur ihre Richtung. Aus Schritten werden Erinnerungen, aus Bildern wird Empfindung, und aus einem fernen Land wächst eine leise Spur im Herzen weiter. Dort bleibt das Licht des Südens lebendig, nicht laut, nicht fordernd, sondern ruhig wie ein Atemzug, der noch lange nachklingt.

Und vielleicht trägt genau dieses stille Leuchten die Gewissheit in sich, dass jeder Aufbruch zugleich eine Heimkehr sein kann.

 
 

 

 

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