Nesletter für den Spetember 2026

 

Die Kunst der inneren Balance

Der September ist ein Monat des Übergangs. Die Natur verändert sich sichtbar. Die ersten Blätter färben sich, die Tage werden kürzer und die Wärme des Sommers weicht langsam der Ruhe des Herbstes. Es ist eine Zeit, in der wir eingeladen sind, ebenfalls langsamer zu werden. Während der Sommer nach außen gerichtet war, beginnt nun der Weg nach innen. Der September schenkt uns die Möglichkeit, innezuhalten, Bilanz zu ziehen und zu erkennen, was wir aus diesem Jahr mitnehmen möchten und was wir liebevoll verabschieden dürfen. Nicht jede Veränderung braucht große Entscheidungen. Oft beginnt sie mit einem Moment der Stille.

 

Wahre Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, uns zu verteidigen

Wie viel Energie verbringen wir damit, uns zu erklären, zu rechtfertigen oder zu beweisen, dass wir gute Menschen sind? Oft glauben wir, wir müssten unsere Entscheidungen verteidigen, unsere Fehler entschuldigen oder anderen zeigen, dass wir alles nach bestem Wissen getan haben. Doch wahre Veränderung entsteht nicht durch Verteidigung. Sie beginnt dort, wo wir den Mut finden, ehrlich auf uns selbst zu schauen. Schuldgefühle verlieren ihre Macht, wenn wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Nicht indem wir uns verurteilen, sondern indem wir erkennen, was wir daraus lernen können. Scham heilt in dem Moment, in dem wir unseren eigenen Wert wiederentdecken. Unser Wert hängt nicht von unserer Leistung, unseren Erfolgen oder den Erwartungen anderer ab. Er ist nicht etwas, das wir uns verdienen müssen er war von Anfang an da.

Jeder Mensch macht Fehler. Jeder trifft Entscheidungen, die im Rückblick vielleicht anders ausfallen würden. Entwicklung gehört zum Leben dazu und endet nie. Das Leben verlangt keine Perfektion. Es lädt dazu ein, zu wachsen, bewusster zu werden und den eigenen Weg immer wieder neu zu wählen. Viele Lasten, die heute getragen werden, haben ihren Ursprung gar nicht im eigenen Leben. Sie entstehen aus familiären Erwartungen, gesellschaftlichen Vorstellungen oder den Erfahrungen der Kindheit. Häufig entwickelt sich daraus die Überzeugung, immer stark sein zu müssen, niemanden enttäuschen zu dürfen oder es allen recht machen zu müssen. Mit den Jahren wird daraus eine innere Stimme, die bewertet, kritisiert und ständig zu noch mehr Leistung antreibt.

Wahre Freiheit beginnt in dem Moment, in dem dieser innere Richter erkannt wird. Seine Urteile müssen nicht länger das Leben bestimmen. Es ist nicht notwendig, sich fortwährend zu erklären oder vor anderen zu rechtfertigen. Der eigene Wert hängt weder von Leistung noch von Anerkennung ab. Er muss nicht erkämpft oder bewiesen werden. Jeder Mensch trägt ihn bereits in sich. Mit jedem Schritt auf dem Weg zu sich selbst entsteht mehr innere Ruhe. Herausforderungen verschwinden dadurch nicht, doch der ständige Kampf gegen die eigene Person verliert an Kraft. An seine Stelle treten Verständnis, Geduld und Mitgefühl und daraus wächst die Freiheit, das Leben authentisch und im Einklang mit sich selbst zu gestalten. Vielleicht beginnt die größte Veränderung unseres Lebens in dem Moment, in dem wir aufhören, uns selbst anzuklagen, und anfangen, uns mit liebevollen Augen zu betrachten. Denn echte Entwicklung wächst nicht aus Selbstverurteilung sie wächst aus Selbstannahme.

Portaltage im September

Im September begleiten uns zwei Portaltage:

15. September

17. September

Diese beiden Tage liegen mitten im Übergang zwischen Sommer und Herbst und tragen eine besonders ruhige, feine Energie in sich. Viele Menschen erleben diese Zeit als nachdenklicher, sensibler und gleichzeitig klarer. Portaltage müssen nicht laut oder spektakulär sein. Gerade diese beiden Tage laden dazu ein, nach innen zu lauschen.        Vielleicht möchtest du dir bewusst Zeit nehmen für:

  • Meditation oder stille Spaziergänge
  • Tagebuch schreiben
  • Dankbarkeit für das bisherige Jahr
  • Loslassen alter Gedanken
  • kleine Rituale zum Herbstbeginn

Oft entstehen in der Stille die Antworten, die im Alltag überhört werden.

 

Die astrologische Qualität des Septembers

 

Der September 2026 steht ganz im Zeichen der inneren Klärung, der bewussten Begegnung und einer neuen Balance. Nach den oft dynamischen Sommermonaten lädt uns diese Zeit dazu ein, einen Schritt zurückzutreten, unsere Gefühle wahrzunehmen und mit mehr Ruhe auf das eigene Leben zu schauen. Bereits Anfang September verändert sich die Atmosphäre spürbar. Mit dem Wechsel der Venus in den Skorpion gewinnen Beziehungen an Tiefe. Oberflächliche Gespräche verlieren an Bedeutung, während der Wunsch nach Ehrlichkeit, Vertrauen und echter Verbundenheit wächst. Viele Menschen spüren in dieser Zeit intensiver, was sie wirklich bewegt. Verdrängte Gefühle können an die Oberfläche kommen nicht, um uns zu belasten, sondern damit sie endlich gesehen, angenommen und verwandelt werden können. Mitte September bringt Merkur mit seinem Wechsel in die Waage eine harmonischere und diplomatischere Kommunikationsenergie. Gespräche verlaufen verständnisvoller, unterschiedliche Standpunkte lassen sich leichter nachvollziehen und Konflikte können mit mehr Fairness gelöst werden. Gleichzeitig fordert Uranus uns dazu auf, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen und offen für neue Möglichkeiten zu werden. Gerade wenn wir bereit sind, alte Überzeugungen loszulassen, entstehen kreative Ideen und neue Perspektiven, die uns auf unserem weiteren Weg unterstützen können.

Ein besonderer Wendepunkt ist der 23. September, die Herbst-Tagundnachtgleiche. Tag und Nacht sind nun gleich lang und erinnern uns daran, wie wichtig das Gleichgewicht zwischen Geben und Empfangen, Aktivität und Ruhe sowie Kopf und Herz ist. Mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen Waage rücken Harmonie, Beziehungen und innere Ausgeglichenheit stärker in den Mittelpunkt. Diese Zeit lädt dazu ein, die eigene Mitte wiederzufinden und sich ehrlich zu fragen, wo im Leben mehr Balance entstehen darf.

Den Abschluss dieses besonderen Monats bildet der Erntemond am 26. September. Dieser Vollmond bringt Klarheit über Entwicklungen und emotionale Prozesse der vergangenen Monate. Vieles, was zuvor noch unklar erschien, kann nun erkannt und eingeordnet werden. Entscheidungen fallen leichter, Zusammenhänge werden verständlicher und manche innere Geschichte findet ihren Abschluss. Der Erntemond erinnert uns daran, dass alles seine Zeit braucht. Was wir im Frühjahr mit Gedanken, Entscheidungen oder neuen Wegen begonnen haben, beginnt nun Früchte zu tragen manchmal anders als erwartet, aber oft genau so, wie es unserer persönlichen Entwicklung dient.

TCM im September – Die Lunge übernimmt die Führung

Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin beginnt im September die Zeit des Elements Metall. Dieses Element wird den Organen Lunge und Dickdarm zugeordnet. Die Lunge steht nicht nur für den Atem, sondern auch für unsere Fähigkeit, das Leben anzunehmen und gleichzeitig loszulassen. Der Dickdarm unterstützt diesen Prozess, indem er alles ausscheidet, was dem Körper nicht mehr dient.

Auf seelischer Ebene geht es deshalb im September besonders um folgende Fragen

  • Was darf ich loslassen?
  • Welche Erfahrungen haben ihren Platz gefunden?
  • Woran halte ich noch fest?
  • Was möchte ich mit in den kommenden Winter nehmen?

Traurigkeit ist die Emotion des Metallelements.

Sie möchte nicht verdrängt werden. Wird sie bewusst gefühlt, verwandelt sie sich häufig in innere Ruhe, Mitgefühl und Weisheit.

Um Lunge und Dickdarm zu stärken, empfiehlt die TCM jetzt vor allem

  • regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft
  • tiefe Atemübungen
  • ausreichend Schlaf
  • warme Mahlzeiten
  • scharfe Gewürze in kleinen Mengen wie Ingwer, Rettich oder etwas Meerrettich
  • Birnen zur Befeuchtung der Lunge
  • gekochte statt kalte Speisen

Die Lunge liebt Ordnung, äußerlich wie innerlich. Deshalb fällt vielen Menschen im September das Aufräumen besonders leicht. Ein geordneter Raum unterstützt auch einen klaren Geist.


Ernährungtipps für den September

Mit dem Herbst beginnt die Zeit der kräftigenden und nährenden Küche. Jetzt braucht unser Körper wieder etwas mehr Wärme und Stabilität.

Frühstück

Ein warmer Haferbrei oder Hirsebrei mit gedünsteten Äpfeln, Birnen, Zimt und einigen Walnüssen schenkt Energie für den Tag.

Mittagessen

Jetzt beginnt die Hochsaison vieler heimischer Gemüsesorten:

  • Kürbis
  • Möhren
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Sellerie
  • Lauch
  • Fenchel
  • Brokkoli

Sie lassen sich hervorragend als Ofengemüse, Eintopf oder Gemüsepfanne zubereiten. Dazu passen Reis, Hirse oder Kartoffeln sowie etwas Fisch oder hochwertiges Eiweiß.

Abendessen

Leichte Gemüsesuppen, Kürbissuppe oder eine Kartoffel-Lauch-Suppe wärmen den Körper und entlasten die Verdauung.

Saisonales Obst

Der September schenkt uns eine wunderbare Ernte:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Zwetschgen
  • Trauben
  • Brombeeren
  • Himbeeren

Sie liefern wertvolle Vitamine und stärken das Immunsystem für die kommende kalte Jahreszeit.

Auch Kräutertees wie Thymian, Salbei, Fenchel oder Hagebutte begleiten den Übergang in den Herbst auf wohltuende Weise.

Der September erinnert uns daran, dass Loslassen kein Verlust sein muss. Die Natur zeigt es uns jedes Jahr aufs Neue. Ein Baum verliert seine Blätter nicht aus Schwäche, sondern aus Vertrauen. Er weiß, dass jeder Abschied den Raum für einen neuen Frühling schafft.

Vielleicht dürfen auch wir in diesem Monat etwas leichter werden. Nicht indem wir festhalten, sondern indem wir den Mut finden, das gehen zu lassen, was seinen Platz in unserem Leben bereits erfüllt hat.

Herzliche Grüße

Gabriele Baum