Viele Menschen laufen heute einem Bild von Glück hinterher, das sie niemals einholen können. Sie glauben, dass Glück erst beginnt, wenn die Arbeit vorbei ist. Wenn endlich Wochenende ist. Wenn der Urlaub naht. Wenn der Stress nachlässt. Wenn das Leben ihnen einen besonderen Moment schenkt. Doch genau diese Vorstellung macht sie innerlich arm. Denn wer sein Glück an Auszeiten knüpft, erklärt den größten Teil seines Lebens zu einer Wartezeit, einer Zwischenstation oder etwas, das man übersteht, statt es zu leben. Das Herz wird stumpf, die Tage werden grau, und man verliert die Fähigkeit, sich im Jetzt zu spüren.
Doch Glück ist kein seltenes Ereignis, es ist kein kostbarer Funke, der nur manchmal vom Himmel fällt.
Es ist etwas, das in jedem Augenblick möglich wäre, wenn wir es nur zulassen. Das eigentliche Problem ist nicht der Job, nicht der Alltag, nicht die Verantwortung. Das Problem ist die innere Überzeugung, dass man erst glücklich sein darf, wenn alles rund läuft, man frei hat oder wenn man „nichts mehr muss“.
Glück entsteht nicht im Nichtstun es entsteht in einem bewussten Sein. Im echten achtsamen Kontakt zu sich selbst. Im Blick auf die kleinen, lebendigen Momente, die wir sonst übersehen. Wer nur auf den Urlaub wartet, verpasst das Leben. Wer nur für den Feierabend lebt, verliert die Kraft des Tages. Wer nur im Wochenende Zufriedenheit sucht, beraubt sich der Schönheit der Woche. Intensives, echtes Glück ist unscheinbar, es ist der Atemzug, der frei macht.
Das Gefühl, das aus dem eigenen Inneren kommt, nicht aus äußeren Umständen. Glück ist keine Pause vom Leben. Glück ist die Art, wie man dem Leben begegnet.
Und je früher ein Mensch begreift, dass dieses Glück jederzeit zugänglich ist, desto weniger muss er fliehen, hoffen, warten. Dann beginnt er, wirklich zu leben, nicht nur in den seltenen Momenten der Erholung, sondern in jedem einzelnen Tag und in jeder einzelnen Stunde.
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