
Veilchen gehören zu den stillen Heilern der Natur. Kaum eine Pflanze verbindet so viel Zartheit mit einer solchen inneren Kraft. Wenn ich an Veilchen denke, habe ich sofort diesen weichen, pudrigen Duft in der Nase, der etwas Nostalgisches und zugleich Tröstendes hat. Schon seit Jahrhunderten werden sie in der Naturheilkunde geschätzt, nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern wegen ihrer sanften, aber tiefgehenden Wirkung auf Körper und Seele.
Veilchen wirken kühlend, beruhigend und leicht entzündungshemmend. In der Volksmedizin nutzte man ihre Blüten und Blätter, um Hautreizungen zu lindern, Husten zu beruhigen und nervöse Unruhe zu mildern. Für mich ist das Veilchen eine Pflanze der Sanftheit es nimmt nichts mit Gewalt, sondern legt sich wie ein weicher Schleier über das, was gereizt oder verletzt ist.
Besonders wertvoll ist Veilchenöl. Es wird durch das Einlegen der Blüten oder Blätter in ein hochwertiges Trägeröl wie Mandel- oder Jojobaöl gewonnen. So entsteht ein Auszug, der all die feinen Wirkstoffe enthält. Dieses Öl ist ein kleines Multitalent: Du kannst es pur auf empfindliche Hautstellen auftragen, um Rötungen zu beruhigen, kleine Entzündungen zu lindern oder trockene Haut zu pflegen.
In der Massage ist Veilchenöl eine Wohltat, weil es nicht nur die Muskeln lockert, sondern auch die Nerven beruhigt. Der Duft ist sanft und tröstend, und ich erlebe oft, dass sich Menschen während einer Behandlung spürbar entspannen, wenn dieser Duft sie umgibt.
Auch innerlich hat das Veilchen seinen Platz. Ein Tee aus den Blüten oder ein selbst gemachter Sirup kann die Atemwege beruhigen, Husten lindern und einen gereizten Hals besänftigen. Dabei ist der Geschmack angenehm mild und leicht süßlich eine Medizin, die auch Freude macht.
In der Aromatherapie entfaltet das Veilchen seine seelische Kraft. Einige Tropfen Veilchenöl in der Duftlampe oder im Diffusor wirken wie eine sanfte Umarmung: Sie helfen, Traurigkeit und Nervosität zu mildern und schenken ein Gefühl von Geborgenheit. Ich nutze es gerne, wenn das Herz schwer ist oder wenn jemand wieder mehr in seine Mitte finden möchte.
Auch für Kinder oder sehr sensible Menschen ist das Veilchen ideal. Es hat nichts Bedrängendes, sondern arbeitet leise im Hintergrund. Wer viel mit anderen Menschen zu tun hat, empfindet das Veilchen manchmal wie einen Schutzmantel gegen zu viel äußere Energie.
Für mich steht das Veilchen für Herzenergie. Ein Tropfen Veilchenöl über das Herz gestrichen, auf die Handgelenke oder in ein Bad gegeben, kann dich sanft daran erinnern, dich selbst zu umarmen und die kleinen Dinge des Lebens wieder zu spüren.
Veilchen sind leise, aber sie wirken tief. Sie lehren uns, dass Heilung manchmal nicht laut sein muss, sondern aus der Stille kommt.
Veilchenöl selbst herstellen
Du brauchst: eine Handvoll frische, ungespritzte Veilchenblüten (oder Blätter, wenn du es etwas grüner und würziger magst), ein mildes, hochwertiges Öl (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl), ein sauberes Schraubglas.
Die Blüten vorsichtig sammeln und nicht waschen, nur leicht ausschütteln, damit kein Wasser ins Öl kommt. Die Blüten in ein Schraubglas geben und mit dem Öl komplett bedecken.
Das Glas gut verschließen und an einem hellen, aber nicht sonnigen Platz etwa 10–14 Tage ziehen lassen. Zwischendurch leicht schütteln.
Danach durch ein feines Sieb oder Tuch filtern und das fertige Öl in eine dunkle Flasche umfüllen. Kühl lagern.
Veilchensirup – für Seele und Atemwege
Du brauchst: 1 Handvoll Veilchenblüten, 250 ml Wasser, 250 g Zucker, ½ Zitrone.
Wasser aufkochen und über die Blüten gießen, etwa 24 Stunden ziehen lassen.
Abseihen, den Blütenauszug mit Zucker und Zitronensaft aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat.
Noch heiß in sterile Flaschen füllen.
Anwendung
Ein Löffel Sirup beruhigt Hals und Atemwege, schmeckt im Tee, Mineralwasser oder sogar über Desserts.
Kommentar hinzufügen
Kommentare